Vor Kurzem hat jemand – eine Frau – einen meiner Beiträge auf Instagram kommentiert mit: „Hier wird mir zu viel gegendert, das nervt.“

Ich schreibe gerade an meinem ersten Buch. In diesem Buch wird gegendert, und zwar ganz nach meinem Belieben – ohne Regeln und ohne System, aber mit einem Anliegen:

Ich bin der festen Überzeugung, dass zu allem, was auf dieser Welt im Lauf der Menschheitsentwicklung passiert ist, Männer wie Frauen gleichermaßen beigetragen haben, wenngleich in verschieden verteilten Rollen.

Dabei kam und kommt es zu allergrößten Ungerechtigkeiten, wie auch jede andere Art der Differenzierung (nach Besitz, Hautfarbe, Sprache, Körpergröße und tausend anderen Kriterien) permanent zu Ungerechtigkeiten führt, die mich allesamt empören.

Es gibt wenige Dinge, die mich mehr erfreuen als die Tatsache, dass diese Rollenzuschreibung zwischen Männern und Frauen in immer mehr Gesellschaften dieser Welt sich nach und nach aufzulösen beginnt, im selben Maße, wie die persönlichen Freiheiten von Männern UND Frauen sich beständig erweitern.

Dazu möchte ich beitragen und das tue ich, indem ich nicht vorgebe, dass ich mich vornehmlich an Männer oder Frauen wende, sondern indem ich mich ohne Geschlechtszuschreibung an jede°n einzelne°n wende, der°die in diesem Buch liest.

In der deutschen Sprache ist dies schwer zu bewerkstelligen, denn einerseits wird es so wie oben, im vorigen Absatz (aber auch mit Binnen-I, Unterstri_ch oder permanter Anführung beider Formen und Forminnen) sehr schnell unlesbar, andererseits glaube ich absolut nicht an das „Frauen sind ohnehin mitgemeint“ denn so ist es nicht, sonst wären sie schon die letzten tausenden Jahre, seit es die Schrift gibt, mitgemeint gewesen, und das war nachweislich nicht der Fall.

Ich halte es daher wie im wirklichen Leben: mal begegne ich Männern, mal begegne ich Frauen, mal begegne ich reinen Männergruppen, reinen Frauengruppen, und natürlich gemischten Gruppen und hin und wieder auch Menschen, die gar nicht einem Geschlecht zugeteilt werden möchten.

Somit erwähne ich in diesem Buch manchmal Männer, manchmal Frauen, manchmal beide. Ich wende mich an Architektinnen, Schriftsteller, Tänzer, Schauspielerinnen, Autoren, Musikerinnen und manchmal eben ganz allgemein an Künstler°innen und Kreative.

Ich glaube an Diversität und Toleranz und somit verwende ich in meinem Schreiben diverse Ansätze und erwarte mir dafür Toleranz.

Möge der Tag kommen, an dem wir nicht um die eine, beste Lösung streiten sondern alle Lösungen, die Gutes bewirken wollen, akzeptieren können.


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