Ich habe große Probleme mit dem Begriff „Minderheit“ bzw. „Minderheiten“. Wenn wir davon ausgehen, dass alle Menschen auf individueller Ebene gleich behandelt werden sollen, die gleichen Rechte haben, jeder als Individuum wertvoll und einzigartig ist – welchen Sinn macht es dann, bestimmten „Minderheiten“ spezielle Rechte zuzugestehen? 

Wenn ich meine Sprache sprechen darf, glauben darf, was ich möchte, vor dem Gesetz gleich wie alle anderen Menschen behandelt werde und das tatsächlich auch real gilt – dann gibt es absolut keinen Grund, mich zu einer „Minderheit“ zu zählen, die bestimmte eigene Rechte haben darf oder sollte – oder die speziell behandelt werden sollte.

Statt zu fordern, dass „Minderheiten“ ihre Rechte erhalten / zugestanden bekommen, macht es doch viel mehr Sinn, dafür einzustehen, dass prinzipiell JEDE und JEDER die selben Rechte (und Pflichten) hat und dass dies auch tatsächlich gelebt und praktiziert wird.

Denn Zuordnungen zu bestimmten Gruppen sind doch immer subjektiv, überschneiden sich oder widersprechen sich sogar (sozialistische Unternehmer, schwule Katholiken, feministische Muslimas…).

Letztlich führen sie dazu, dass INNERHALB dieser Gruppen Abhängigkeiten und Gruppenzwänge entstehen (um sich, als Minderheit, noch besser gegen außen abzugrenzen) – und dass von AUSSEN Vorurteile und Pauschalisierungen noch leichter möglich sind.

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