In einem Interview mit Tim Ferris erwähnt der Schriftsteller Neil Gaiman folgende Methode, die er anwendet, um regelmäßig zu schreiben und dabei eventuelle Schreibblockaden oder Ablenkungen zu verhindern:

Er hat fixe Schreib-Plätze und fixe Schreib-Arbeits-Zeiten, zu denen er sich hinsetzt und dann sich selbst ausschließlich 2 Optionen erlaubt:

  1. Nichts tun
  2. Schreiben

Dadurch, dass er sich „erlaubt“ auch absolut nichts zu tun, überwindet er, wie er sagt, Schreibblockaden. Er kann gar nicht „blockiert“ sein, weil es ja erlaubt ist, einfach vor sich hinzustarren. Und es kommt durchaus auch vor, dass er eine ganze Zeit lang einfach in die Luft (oder aus dem Fenster) schaut – irgendwann aber ist ihm das einfach zu fad, und er beginnt damit, zu schreiben.

Wichtig wäre aber, sagt er, dass es absolut OK ist, wirklich nichts zu tun, es sich selbst zu erlauben, nicht zu schreiben und dass auch das eine legitime Option ist.

Eben so wichtig ist es natürlich, tatsächlich nichts anderes zu tun, als Option 1. oder 2. – und nicht etwa anzufangen, das Zimmer aufzuräumen, im Internet zu surfen oder sonst irgend eine ablenkende Aktivität zu beginnen.

Erlaubt sind wirklich nur 1. oder 2.

Er erzählte auch von Ian Flemming, dem Autor der James Bond Bücher, der ähnliches machte, aber in verschärfter Form (offenbar, um sich selbst davor zu schützen, doch in eine Option 3 auszuweichen): Flemming buchte sich in ein billiges, unatraktives Hotel in einer absolut langweiligen Ortschaft und Landschaft ein, so lange, bis er seinen aktuellen Roman fertig gestellt hatte.

Das Hotel und der Ort sollten möglichst so uninteressant sein, und so wenige andere Möglichkeiten eröffnen, dass er wirklich nichts anderes im Sinn hatte, als zu schreiben – und so einen ganzen James-Bond-Band in nur 14 Tagen geschrieben hat. Er wollte einfach nur weg – und die einzige Fluchtmöglichkeit war, fertig zu schreiben.

Interessant daran ist ja in erster Linie, dass es für diese beiden (und wie ich höre, viele andere Autoren) gar kein freudvoller Prozess ist, zu schreiben, sondern einer, zu dem man sich tatsächlich selbst zwingen muss.

Sie wollten Schriftsteller sein, waren es auch – aber das Schreiben selbst kostete – zumindest zu manchen Zeiten – wirkliche Überwindung.

Wie das sein kann, und wo die Ursachen dafür sind, das würde ich gerne ergründen. Ich melde mich dazu wieder – falls ihr, liebe Leser°innen, Hinweise und eigene Überlegungen dazu habt, würde ich mich freuen, wenn ihr mir diese hier (mit)teilt.

Bild: Geschäftsschild eines Pubs in Málaga, Spanien. Foto: Peter Hauptmann, 2019

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.