Ist euch schon einmal aufgefallen, dass es bei männlichen Künstlern absolut üblich ist, sie einfach nur über ihre Nachnamen zu nennen (Kafka, Picasso, Mozart, etc.), dies bei weiblichen Berühmtheiten aber absolut unüblich ist?

Niemand sagt und nirgendwo liest man einfach nur „Kahlo“, „Saint Phalle“, „Ono“ etc.

Es scheint prinzipiell so zu sein, dass es üblich ist, (berühmte) Männer nur mit Nachnamen zu nennen, man sich bei Frauen aber davor scheut.

Um zu markieren, dass es sich um eine Frau handelt, braucht es den Vornamen, wenn der Nachname allein und für sich steht, ist klar, dass über einen Mann gesprochen wird.

Das mag daran liegen, dass Frauen, wenn sie heiraten, oft ihren eigenen Namen aufgeben, so dass es schwierig ist, sie nur mit dem Nachnamen eindeutig zu benennen.

Gleichzeitig ist es aber, wie Siri Hustvedt schreibt, auch ein Zeichen der Infantilisierung von Frauen, der Versuch, aus erwachsenen Frauen mädchenhafte „Musen“ zu machen:

A Woman Looking at Men Looking at Women:
Essays on Art, Sex, and the Mind by Siri Hustvedt

[Danke an @SamsonsHirne über dessen Tweet ich auf dieses Thema gestoßen bin.]

Bild: Graffiti in Santiago de Chile, unbekannte Künstler°in, Foto: Karin Schäfer, April 2016

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