Es gibt so Tage, da denkt der Kopf, er sei voll mit Watte.

Er spürt: da sind zwar Gedanken drin, aber sie bewegen sich nur G A N Z langsam, schlingern hin und her, sehen einander nicht, verbinden sich nicht miteinander.

Manchmal erscheint die Watte auch wie eine Art dichter Nebel – kurz ist mal so ein Gedanke zu sehen, zu spüren, in Umrissen zu erahnen, dann ist er auch schon wieder weg – dort hinten: ein Schatten, eine Gestalt: ist es der selbe Gedanke, oder wieder ein anderer? Oh je, schon wieder weg.

Dann ist es doch wieder Watte: zäh, langsam, mühsam windet sich ein einzelner Gedanke wie durch einen weißen Dschungel, schleppt sich einsam voran, findet keinen anderen, auf den er Bezug nehmen könnte und bleiben dann einfach erschöpft stecken.

Der Kopf denkt: na gut. So schlecht ist die Watte auch nicht. Wenigstens sind sie gut aufgehoben, schön gebettet, zumindest zerbrechen sie nicht. Lassen wir sie mal in Ruhe, die Gedanken. Ist ja Sonntag.

Bild: Graffiti (Ausschnitt) in El Raval, Barcelona, 21.10.2013, unbekannte Künstler°in, Foto von Peter Hauptmann #kunstfairteilen

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